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Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025


Mit Vetretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden waren wir bei der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veranstalteten Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025. Ziel der Veranstaltung war es, die mit der Digitalisierung besonders in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einhergehenden "...Herausforderungen zu identifizieren und Lösungs- sowie Handlungsansätze zu formulieren" (Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025). Weiter sollten die Personalpolitik und Arbeitsorganisation durch Austausch, Zuhören und Netzwerken gestärkt werden. Dadurch standen die Besucher im Mittelpunkt der Veranstaltung, die gleichzeitig als Prototyp nachfolgender Veranstaltungen gedacht war (B. Böhning, persönliche Kommunikation, 3. Dezember 2019). Hier wurden Fragen und Lösungsvorschläge der Besucher auf unterschiedliche Art gesammelt und sollen als Ergebnisse in die Politik eingebracht werden (B. Böhning).

Das Programm bestand aus 26 verschiedenen Veranstaltungspunkten, wobei bis zu sieben von ihnen gleichzeitig stattfanden, sodass man die Qual der Wahl hatte. Um 10:30 Uhr ging es los. Nach den Begrüßungsreden von Björn Böhning, Staatssekretär des BMAS, und Valentina Kerst, Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, referierte Ralf Rangnick (Head of Sport and Development Soccer, Red Bull GmbH) in einem Interview über sein Leben, Change-Management, Aufstiegschancen, Führungsqualitäten und über seine Erfolge mit dem RB Leipzig, 

Ab 11:35 Uhr musste man sich schließlich entscheiden. Sollte ich beispielsweise ein Meet-Up über New Work, den HR-Mambo zu dem Thema "Neues Arbeiten in KMU" oder einen Impulsvortrag zu Workhacks oder einen zur Gewinnung und Sicherung von Arbeitskräften besuchen? Ich entschied mich für letzteren, in dem Herr Bühler sein Unternehmen Bühler Baum und Garten GmbH, seine Einstellung zu und seinen Umgang mit Azubis und die daraus resultierenden Erfolge vorstellte.

Er verdeutlichte die beiden Bedürfnisse nach Sicherheit und Neugier, die jeder Azubi besitzt und die es gilt, zum Kompetenzaufbau zu nutzen. Zudem erklärte er seine Strategie des Online Recruitings: Schnelles Antworten auf Anfragen und Bewerbungen, gut aufgebaute Homepage mit Links zu Praktika als auch die Möglichkeit zur smarten Bewerbung. Zum Zweck der Nachwuchssicherung schloss er Kooperationen in der Bildungslandschaft. In Erinnerung blieb mir vor allem seine letzte Aussage, die er als Aufgabe für Arbeitgeber formulierte: "Sei ein guter Arbeitgeber!".

Mit diesen Gedanken im Kopf ging es zum Lunch, um nach der Stärkung ein Meet-Up zum Thema "Zwei Welten - wenn New Work auf Industrie und Start-Up trifft" zu besuchen. Architektin Denise Riesenberg, CEO Lasse Rheingans von Rheingans Digital Enabler und Geschäftsführer Sven Lindig der Lindig Fördertechnik GmbH stellten in einer Talkrunde ihre Ansichten, Erfahrungen und Fehler im Umgang mit New Work vor. Die Zuschauer konnten Fragen oder Anregungen einbringen. Interessant für mich war dabei zum einen die 25-Stunden-Woche, die Herr Rheingans in seinem Unternehmen eingeführt hat und als Kontrast dazu ein Publikumsbeitrag, der veranschaulichte, dass es auch Menschen und Prozessformen gibt, die die Einführung neuer Arbeitsformen nur schwer zulassen. Bedeutsam fand ich auch die Perspektive von Frau Riesenberg als Architektin zu baulichen Gegebenheiten und deren Wirkung auf Menschen und Teams. Vom Publikum wurde die Notwendigkeit der Ausrichtung der Politik auf die Erhaltung der Arbeitskraft bis zu einem Alter von mindestens 67 Jahren in den Vordergrund gestellt.

"Organisationsentwicklung - vom Mitarbeiter zum Mitentscheider" war meine anschließende Themenwahl. Sven Lindig erläuterte hier die Umstrukturierung seines Unternehmens mit der TEMP-Methode und die Einführung der Soziokratie als Organisationsform sowie die daraus resultierenden Erfolge für sein Unternehmen. Interaktiv wurde in diesem Impuls eine moderierte digitale Zuschauerumfrage mittels sli.do durchgeführt, wo über die Relevanz von aktuellen Fragen zu den Themen Führung, Mitarbeitermotivation und -bindung abgestimmt werden konnte.

Zum inhaltlichen Abschluss ging es zum Speed Debating: Frau Dr. Julia Borggräfe (BMAS) beantwortete hier die Fragen von vier Fragestellenden. Für Frage und Antwort standen jeweils 120 Sekunden zur Verfügung, wobei das Debating von zwei Moderatoren geleitet wurde. Neben den Fragen der vier vorausgewählten Personen konnten auch die Zuschauer direkt Fr. Dr. Borggräfe befragen. Dieses Format war für mich in der Zukunftswerkstatt besonders interessant, weil man live mit einer Politikerin interagieren konnte. Der Veranstaltungstag selbst klang mit einem Konzert der Gesangsstudentin Solome aus.

Am Schluss steht ein Lob an die Veranstalter und Organisatoren: Alles fand zu den geplanten Uhrzeiten statt, die Servicemitarbeiter waren freundlich, die unterschiedlichen Veranstaltungsräume durch farbige Linien auf dem Boden nicht zu verfehlen, die Veranstaltungstechnik funktionierte reibungslos und Essen als auch Getränke waren reichlich vorhanden. Das Programm war inhaltlich ansprechend und methodisch abwechslungsreich. Und selbst die Location war innovativ gestaltet.

Nach einem spannden Tag, einer gelungenen Veranstaltung und mit vielen neuen Impulsen, Fragen und Perspektiven ging es 17:00 Uhr wieder zurück nach Jena. Mein Fazit: Ich hoffe dieses Veranstaltungsformat gibt es häufiger.


Wenn Sie sich ebenfalls beteiligen möchten:

- Blogbeitrag verfasst von Albrecht Freudewald -

Praktikant im Projekt MobiLe!  

Quellen:

Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025. [online]: https://www.experimentierraeume.de/projekte/zukunftswerkstatt-arbeitswelt2025/