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Kennen Sie MOOC?


Als ich vor knapp drei Jahren das Wort MOOC hörte, dachte ich zuerst, welche Pokémon- oder Comicfigur das nun wieder wäre? Dann überlegte ich mir, dass diese Assoziation im Kontext meiner Arbeit in der Bildung nicht passend sein kann. Und dann habe ich gegoogelt und es ausprobiert und war von den Möglichkeiten sehr angetan. 

Wir mir geht es entsprechend des Monitor Digitale Bildung - Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter (Bertelsmann-Stiftung) auch der Mehrheit der Beschäftigten.  Nur 10 Prozent der Befragten kennen überhaupt den Begriff, geschweige denn, dass nur 1% dieses Lernformat selbst nutzen.

MOOC steht für "massive open online course" und zeigt damit an, dass es ein Angebot von Onlinekursen für die breite Masse ist, die diese gleichzeitig und offen (d.h. freier Zugang und in der Regel kostenlos) belegen können. Tatsächlich handelt es sich um hochwertige Videokurse mit Interaktionen. Zudem besteht zusätzlich die Möglichkeit, digitale Prüfungen abzulegen und Zertifikate zu erwerben. Und das zu unendlichen Themen, schließlich gibt es über tausende von MOOCs - Tendenz steigend. Kernstück der Kurse bilden Videosequenzen. Mit ihnen erarbeitet sich der Lernende flexibel den Inhalt, vertieft das Wissen mit Hilfe von Lernskripten oder weiterführenden Links und ist in Diskussionsforen mit anderen Lernenden weltweit und mit den Dozenten interaktiv.  

Mehr als einen Internetzugang braucht es nicht, um an den Onlinekursen teilzunehmen. Die Qualität ist entsprechend hoch, da die bekanntesten Anbieter von MOOCs renommierte Universitäten sind. Genutzt werden sie von Studenten, zur Weiterbildung oder zum lebenslangen Lernen, wobei die sog. "Life-Long-learners" die Mehrheit bilden und MOOCs als digitale Volkshochschule gesehen werden kann? Für mich jedenfalls stellen sie zeitlich flexible und (wenn ich kein Zertifikat möchte) zumal kostengünstige Alternativen zu klassischen Weiterbildungsveranstaltungen dar. Ob ich eine neue Sprache lernen, mich mit technischen Innovationen in meinem Arbeitskontext auseinander möchte, Input zum Datenschutz brauche, neue Ideen und Strategien im Marketing kennenlernen will oder mich privat einfach die Geschichte der Rockmusik interessiert. Die Welt steht mir offen.

Die größten Anbieter von MOOCs befinden sich im englischsprachigen Raum. Coursera und edX als Plattformen in den USA und FutureLearn aus Großbritannien sind die bekanntesten. So langsam kommt Bewegung in MOOCs deutschsprachiger Anbieter: oncampusiMooXiversity oder openHPI stellen nur einen kleine Auswahl dar und bieten auch Themen an, die nicht nur Akademiker ansprechen.

Natürlich ist nicht alles Gold, was verheißungsvoll glänzt. Bei MOOCs sind ebenfalls kritische Punkte zu betrachten. Zwar nutzen nach eigenen Angaben der Plattformanbieter über 30 Millionen Menschen die Angebote weltweit. Abgeschlossen werden die Kurse jedoch nur von einem kleinen Teil, die Abbruchquote bei MOOCs ist hoch. Das liegt oftmals weniger an der didaktischen Aufbereitung der Kurse, sondern an der notwendigen Selbstdisziplin des Lernenden. Denn ohne Eigenmotivation geht es nicht, wenn keine Anwesenheitslisten unterschrieben werden müssen oder keine festen Weiterbildungszeiten vorgegeben sind. Ich selbst habe meine MOOCs nicht komplett abgeschlossen. Zeitmangel oder geringer werdendes Interesse sind dafür nur die einen Gründe. Die anderen (und für mich wichtigeren) Gründe: Dank der Flexibilität und Selbstverantwortung suchte ich mir v.a. Kurse aus, bei denen ich jederzeit beginnen und zwischen den Abschnitten wechseln konnte. Somit erarbeitete ich mir nur die Lerninhalte, welche ich wirklich benötigte und konnte Bekanntes oder mir Unwichtiges überspringen. Ein Vorteil, der mir persönlich bei anderen Weiterbildungsformaten fehlt. 

Und damit komme ich schon zu den Tipps, die mir als Nutzerin von MOOCs viel gebracht haben. Ohne Ziel, was ich erreichen will, verliere ich mich im Dschungel der Kursangebote. Gleichzeitig zahlt es sich aus, wenn etwas Zeit in die Auswahl des MOOCs investiert wird, denn dadurch können Fehlgriffe und entsprechende sinkende Motivation vermieden werden. Ein hilfreiches Tool stellt dabei das Such- und Vergleichsportal Edukatico dar, welches mit einfachen Filtern die Kurse verschiedener Anbieter aufbereitet. Und zum guten Schluss: Reservieren Sie sich wenn möglich feste Lernzeiten in einer Woche, dann funktioniert die Zeitausrede nicht mehr.

Mein Fazit: Für alle, die jenseits klassischer Formate aktuelle und anspruchsvolle Lerninhalte im beruflichen oder privaten Kontext möchten, dafür kaum bis gar kein Geld ausgeben wollen und noch zeitlich flexibel sein wollen, diejenigen sollten MOOCs ausprobieren. Wir von MobiLe! helfen auch gern KMU die passenden Anbieter und Kurse für ihre Mitarbeitenden zu finden.

 

- Blogbeitrag verfasst von Nadja Semrau -