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Mobiles Lernen


Projekte brauchen eine Idee und einen Namen. Eine Idee ist in der Regel schnell in ein Konzept gebracht, vor allem wenn es sich inhaltlich um die Kernkompetenzen des Unternehmens handelt. So war es auch bei uns. Weiterbildung von Fachkräften in Zeiten digitaler Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt – das ist ein spannendes Betätigungsfeld. Idee und Konzept waren geboren. Doch wie diese Inhalte griffig zusammenfassen, wie prägnant durch einen Projekttitel darstellen?

 

Mehrere Versuche wurden gestartet, viele Leute befragt und genauso viele Begriffe verworfen. Bis wir uns den eigenen Assoziationen stellten. Digitalisierung, lebenslanges Lernen, Suche nach qualifizierten Fachkräften: In diesen Themen steckt überall Bewegung drin, Entwicklung, kein Stillstand. Mobil sein oder Mobilität, der Wechsel zwischen den Arbeitsorten, Wechsel zwischen Projekten; unterwegs sein im Mobil sprich Automobil. Kennzeichnet das nicht auch unsere Arbeitswelt – Pendeln, Dienstreisen, ständige Erreichbarkeit!?

 

Einmal in Gang gesetzt, schon bleiben wir in Bewegung. Manchmal reicht dazu ein Luftzug aus wie beim Mobile. Diese (Kunst)Werke lassen uns visuell erleben, „dass eine singuläre Betrachtung, Denkweise oder auch Haltung niemals genügt, wenn das Ganze mehr als die Summe seiner Einzelteile sein soll (Prof. Stephanie Bürkle).“ Und den Anforderungen des digitalen Wandels mit seinen aktuellen und langfristigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft anzugehen, braucht es mehr als Einzelaktionen. Nirgendwo wird das Zusammenwirken einzelner Bestandteile für das Entstehen etwas darüber hinausgehend Einzigartiges deutlicher als beim Mobile, dieser schwebenden Balance zwischen Idee und spielerischer Aufführung. Kinetische Kunst zum Ausdruck der Bewegung des Objektes oder des Betrachters oder der Illusion von Bewegung...

Diese Bewegungen zeigen sich ebenfalls, wenn wir den Blick auf moderne technische Veränderungen richten und der Blick bei den mobilen Endgeräten verweilt. Laptop, Tablet, Smartphone – dank ihrer haben wir das Büro, ganze Bibliotheken, den Hörsaal oder Klassenraum immer bei uns. Jederzeit und überall nutzbar. Ist hier jetzt das Objekt beweglich, der Nutzer oder alles eine Illusion?

 

Mobiles Lernen – MobiLe! Da war sie unsere Namensidee. Was könnte besser die Verbindung von Arbeitswelt und Lernen verdeutlichen und gleichzeitig so viele Interpretationen eröffnen? Mobiles Lernen als eine Form des E-Learning bezieht sich nämlich auf verschiedene Möglichkeiten des Lernens und ist bis heute nicht eindeutig definiert. Somit kann Lernen von drei Seiten betrachtet werden und unterschiedliche Blickpunkte setzen: (1) die rein technische Seite der mobilen Technologie, mit der gelernt wird; (2) der mobile Lerner, welcher sich zwischen Arbeitsorten oder Lebenswelten bewegt oder (3) die mobilen Inhalte, auf die von jedem Ort oder jedem Gerät zugegriffen wird.

 

Allen Betrachtungsweisen gemeinsam ist es, und daher für unser Projekt so spannend, dass Informationen zugängig sind unabhängig davon, wo sich bspw. Mitarbeitende von Unternehmen sich aufhalten. Wer kennt diese Alltagssituationen nicht selbst? Wartezeiten am Bahnhof – zack: Handy raus, Nachrichten lesen. Diskussionen im Freundeskreis, wer wann Weltmeister wurde – zack: gegoogelt. Samstag kommt die Schwiegermutter zum Essen – zack: Erklärvideo zum Serviettenfalten angeschaut. Diese Art des Wissenserwerbs kann sich die Bildungswelt zu nutze machen. Kleine Lerneinheiten, gern „Wissen Nuggets“ genannt, können quasi zwischendurch konsumiert und somit „Leerzeiten“ zu Lernzeiten als auch Qualifizierungen mobiler gestaltet werden. Dabei profitieren die Nutzer in erster Linie durch die schnelle Verfügbarkeit und den leichten Austausch von Informationen. Didaktisch gut aufbereitet, können Mitarbeitende durch solche Lerneinheiten Arbeiten und Lernen miteinander gut kombinieren. Mobiles Lernen erfordert zugleich jedoch hohe Anforderungen an die Selbstorganisation des Einzelnen und an die Lernkompetenz von Mitarbeitenden und Unternehmen. Wie dies für beide Seiten gelingen und wie mobiles Lernen für Unternehmen genutzt werden kann, das will diese Projekt vor Ort bei Ihnen und per Endgerät erreichen. Mobil(e) eben!!!

 

- Blogbeitrag verfasst von Nadja Semrau -

Quellen:

Prof. Stephanie Bürkle, TU Berlin, FG Bildende Kunst. http://www.kunst.tu-berlin.de/pages/mobile-stadt-teile

Wessel, D. (2012). Mobiles Lernen. wissens.blitz (94). http://www.wissensdialoge.de/mobiles_lernen