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Nur das Ergebnis zählt! - Mobiles Arbeiten verändert Modelle der Arbeitszeit und Geschlechteraufgaben


Gerade feierten wir den Vater- und Muttertag, da lohnt es sich doch, unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsteilung oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie die digitalisierte Wirtschaft näher zu betrachten. 

 Deutschland hat im Vergleich zu den anderen Ländern der EU die zweithöchste Erwerbstätigenquote der Frauen, die seit 10 Jahren deutlich stieg. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei für die Mehrheit von hoher Bedeutung, zumal Frauen öfter in Teilzeit arbeiten als Männer. Vätern wiederum wird es immer wichtiger, mehr Zeit für die Familie zu haben. Doch nicht nur Eltern ist der Ausgleich wichtig – so möchten Alleinstehende auch mehr Zeit für soziale Freizeit. Doch lässt sich die vorherrschende Präsenzkultur mit diesen Wünschen und den Wünschen der Unternehmen vereinbaren?

Die fortschreitende Digitalisierung führt zu einer Flexibilisierung von Zeiten und Orten und geht dabei gleichzeitig mit dem Aufgeben der klaren Trennung von Berufs- und Privatleben einher. Das hat seine Vor- und Nachteile, jedoch schafft mobiles Arbeiten (oder auch Lernen) damit verschiedene und individuelle Vereinbarkeitsmodelle.

Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeitmodelle sind für die Anliegen veränderter Geschlechteraufgaben und besserer Vereinbarkeit geeignete Instrumente, wie zahlreiche Praxisbeispiele belegen. Im Leitfaden für mobiles Arbeiten in Betrieben „Nur das Ergebnis zählt“ sieht man, auf welche Weise flexible Arbeitszeiten und -orte zum Beispiel beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit bereits genutzt werden und welche Möglichkeiten das Homeoffice oder Mischarbeitsformen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bietet. Zudem werden in der Publikation, welche durch das Bundesfamilienministerium sowie dem DIHK herausgegeben wurde, Anregungen gegeben, wie mobiles Arbeiten sinnvoll gestaltet und welche Regeln und Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden sollten. Ein Fokus liegt beispielsweise auf Unternehmen, in denen für Führungskräfte und für Beschäftigte in Präsenzberufen mehr Zeitsouveränität ermöglicht wurde.

Allen Beispielen gemein ist der Gedanke, dass nur Anwesenheit allein am Arbeitsplatz keine Leistung ist, sondern dass bei mobilem Arbeiten/Lernen eine stärkere Ergebnisorientierung zählt. Das bedeutet allerdings auch, es muss eine hohe Selbstmotivation bei den Arbeitnehmern vorherrschen sowie eine entsprechende Vertrauenskultur in den Unternehmen etabliert sein. Klare Absprachen oder Regelungen in den Betrieben bzw. einzelnen Abteilungen unterstützen erfolgreiches mobiles Arbeiten – bspw. wird von reinem HomeOffice aufgrund der geringeren Anbindung der Arbeitnehmer an die Unternehmen eher abgeraten. Gerade klein- und mittelständische Unternehmen, so zeigt der Leitfaden,  haben die besten Voraussetzungen, um  für beide Seiten gewinnbringend die Digitalisierung für flexiblere Arbeitszeitmodelle zu nutzen. Kurze Kommunikationswege, die Nähe zur Belegschaft, flache Hierarchien und die persönliche Ansprache schaffen hier eine Vertrauenskultur mit der im Wettbewerb um Fachkräfte gut geworben werden kann.

Vorteile im Wettbewerb um kluge Köpfe - dafür müssen Unternehmen heute einen Megatrend bedienen: die Individualisierung. Ein Instrument dafür ist das mobile Arbeiten. Individuell, flexibel und familienkompatibel. Der "Leitfaden für mobiles Arbeiten in Betrieben" fasst zusammen, welche Aspekte mobiler Arbeit besonders die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen und bietet damit einen praxisnahen Überblick dazu. Interviewpartner kommen sowohl aus der Praxis als auch aus der Wissenschaft.

- Blogbeitrag verfasst von Nadja Semrau  -


Weiterführende Links
Digitale Vereinbarkeit: Home-Office und mobiles Arbeiten - eine Toolbox für Unternehmen und Beschäftigte mit Familienaufgaben

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/digitale-vereinbarkeit----home-office-und-mobiles-arbeiten/118754

Geht doch! So gelingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/geht-doch--so-gelingt-die-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf/119564

Vereinbarkeit wagen! Ergebnisse der dritten 361° A.T.Kearney-Familienstudie

https://www.atkearney.de/documents/856314/6352031/A+T+Kearney+361+Grad+Familienstudie+2015+-+Vereinbarkeit+wagen.pdf/ae3da615-4515-4271-87a6-04b7a34f96bd